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Heinrich I. (Portugal) ArtikelHeinrich (* 31.01 1512; †31.01 1580), genannt "der Kardinalkönig" war König von Portugal, der letzte König aus dem Hause Avis.
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König Heinrich I. von Portugal
Heinrich war der fünfte Sohn von Emanuel I. (Manuel I.) von Portugal und dessen zweiter Gemahlin Maria von Spanien. Er war somit ein jüngerer Bruder des Königs Johann III. Für ihn als siebtes Kind der Königsfamilie war, um eines standesgemäße Versorgung zu sichern, die geistliche Laufbahn vorgesehen. Er wurde 1526 Prior von Coimbra, 1538 Erzbischof von Braga und 1545 Erzbischof von Évora, 1564 schließlich Erzbischof von Lissabon und Primas von Portugal, 1539 wurde er zu dem Generalinquisitor ernannt, 1545 erhielt er den Kardinalshut, 1561 schließlich wurde er päpstlicher Legat.
Als 1557 sein Bruder, König Johann III. starb, war dessen Enkel und Nachfolger Sebastian gerade drei Jahre alt. Heinrich führte darum bis 1568 für seinen Großneffen Sebastian die Regentschaft. 1578 fiel Sebastian in der Schlacht von Alcazarquivir ehe- und kinderlos. Heinrich bestieg darum als letzter männlicher Angehöriger des Hauses Avis selbst den portugiesischen Thron. Er regierte Portugal noch zwei Jahre bis zu seinem Tode 1580.
== Entwicklungen nach Heinrichs Tod ==Seit mehreren Generationen hatte sich das Haus Avis mit vielen Eheschließungen eng an das benachbarte Spanien und die dort herrschende Dynastie der Habsburger gebunden. Von Seiten des Hauses Avis stand natürlich die Hoffnung dahinter, bei einem eventuellen Aussterben der spanischen Habsburger Erbansprüche auf den spanischen Thron geltend machen zu können, um so ein iberisches Großreich unter portugiesischer Führung zu gründen. Nun kam es allerdings andersherum und der spanische König machte nachdem Tode Heinrichs Ansprüche auf den portugiesischen Thron geltend. So war die Mutter des spanischen Königs Philipp II. eine Tochter König Emanuel I., der spanische König also selbst in weiblicher Linie ein Enkel Emanuels. Außerdem war die Ehefrau Philipp II., Maria, eine Tochter Johann III. und somit Cousine des verstorbenen Kardinal Heinrichs. Heinrich blieb darum nichts anderes übrig, als den spanischen König auch testamentarisch zu seinem Nachfolger einzusetzen.
Nach Heinrichs Tod rief sich zwar zunächst Antonio von Crato, ein Enkel Emanuels I. in nichtehelicher Linie zu dem König aus, konnte aber bald von den Spaniern verjagt werden. Auch der Herzog von Braganza, der zunächst Thronansprüche für seine Frau Katharina geltend machte (diese war ebenfalls eine Enkeltochter Emanuels I.) kam nicht zu dem Zuge. Angesichts der militärischen Machtverhältnisse (Portugal war seit der Niederlage von Alcazarquivir geschwächt) blieb den Cortes nichts anderes übrig, als die Ansprüche des spanischen Königs anzuerkennen, dieser bestieg als Philipp I. den portugiesischen Thron. Zwar wurden die beiden Königreiche staatsrechtlich nicht vereinigt, sondern ca. in Personalunion durch den spanischen König regiert, die beiden Nachfolger Philipps auf dem spanischen Thron (Philipp II. von Portugal = Philipp III. von Spanien und Philipp III. von Portugal = Philipp IV. von Spanien) schränkten die portugiesische Autonomie jedoch stets mehr ein, so dass das Land de facto zu einer spanischen Provinz wurde.
Die Unzufriedenheit mit dieser Situation führte schließlich zu dem Aufstand von 1640, bei dem Philipp III. (IV.) die portugiesische Krone verlor und mit dem Herzog von Braganza, Johann IV. wieder ein portugiesischer König den Thron bestieg.
Siehe auch: Geschichte Portugals, Zeittafel der Geschichte Portugals, Portugal unter dem Hause Avis.
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